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Das tiergestützte Verfahen

Hier erhältst du weitere Informationen zu dem

tiergestützten Verfahren und Oskar dem Therapiehund

Woher kommt das tiergestützte Verfahren?

Das tiergestützte Therapieverfahren wurde in den 1960er Jahren erstmals von dem amerikanischen Kinderpsychotherapeuten Boris M. Levinson angewandt und ergründet. Dieser hatte in seiner Praxis oft mit Kindern zu tun die Störungen im Gruppenverhalten zeigten. Als einmal sein Hund zufällig in seiner Praxis war konnte ein Kind sich diesem gegenüber erstmalig emotional öffnen und erzählte ihm von seinen Sorgen. Das verhalf Levinson das erste mal zum therapeutischen Zugang zu diesem Kind. Der Hund vermittelte quasi zwischen dem Therapeuten und dem jungen Patienten. Diese Erfahrung veranlasste Levinson dazu, den Hund bei mehreren Therapiesitzungen mitzunehmen und aufgrund der durchweg positiven Erfahrung das Tier in sein Behandlungskonzept mit einzubinden. Mittlerweile gibt es zahlreiche Forschungen und Veröffentlichungen zu diesem Thema. Das tiergestützte Verfahren wird mittlerweile von vielen therapeutischen Fachrichtungen als anerkanntes Verfahren bestätigt.

Für weitere Informationen zu diesem Thema und den wissenschaftlichen Erkenntnissen empfehle ich auch die Homepage der "European Society for Animal Assisted Therapy" (ESAAT): www.esaat.org

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Was macht der Hund als Co-Therapeut?

Mein Hund "Oskar" wird direkt in meiner Stimmakademie und während meiner Außeneinsätze eingesetzt. Als „Therapiebegleithund“ unterstützt er mich so bei meiner täglichen Arbeit. Dabei wird er sowohl als passiver, wie auch als aktiver Verstärker eingesetzt und ermöglicht so, meinen ganzheitlichen Arbeitsansatz um wichtige Faktoren zu erweitern. Oskar agiert in meiner Arbeit wie ein Motor der Anreiz für Veränderungen schafft. Dabei kann er meine KlientInnen begeistern, entspannen und vom Leistungsgedanken weg auf eine natürliche und spielerische Ebene bringen. Er fördert den Spaß am Spiel und am Entdecken, was für die stimmbildnerische Arbeit ein extrem wichtiger Faktor ist. Zusätzlich wird die Kommunikation durch einen natürlichen Impuls angeregt: Möchte man mit Oskar interagieren, muss man mit ihm sprechen, ihn locken oder mit ihm spielen. Der Hund in der Praxis hilft dabei:

- die Kontaktaufnahme zu erleichtern

- die Konzentrations- und Lernfähigkeit zu verbessern

- mehr Ruhe und Entspannung zu finden

- die Kommunikation zu unterstützen

- die Resilienz und den Kohärenzsinn zu stärken

- das Selbstwertgefühl zu stärken

- persönliche Grenzen und Ängste zu überwinden

- Zugänge zur Stimme zu erleichtern

- Stimmakzeptanz erleichtern

- Körperkontakt zu ermöglichen

- Emotionen zu spiegeln

- Sing- und Sprechängste abzubauen

- wertfreien positiven Kontakt zu ermöglichen

Wie ich auf den Hund gekommen bin

In einem logopädischen Praktikum an der Uniklinik Köln bin ich mit Hugo dem Therapiehund in Berührung gekommen und habe mich seither mit dem Thema tiergestützte Pädagogik und Therapie befasst. Da ich immer schon einem Hund ein liebevolles Zuhause geben wollte, lag für mich nichts näher als diesen auch in meine tägliche pädagogische und therapeutische Arbeit einzubinden. So können meine KlientInnen von der positiven Wirkung der tiergestützten Arbeit profitieren. Mein Hund bekommt zugleich eine sinnvolle und auslastende Beschäftigung und kann den ganzen Tag mit mir zusammen verbringen. Da es bisher noch nicht viele Angebote und Forschungen für tiergestützte Verfahren auf dem Gebiet der Musikpädagogik gibt, möchte ich mit meiner Arbeit zudem einen Beitrag für die Erweiterung dieses Arbeitsfeldes schaffen.

Oskar der Therapiehund
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Oskar die Französische Bulldogge wurde am 29.11.2017 als „Cajurani’s Frenchie - Glossy Ghandy“ in Letmathe in der privaten Zucht von Nicole Gärtner zur Welt gebracht. Bereits seit seiner 13. Lebenswoche begleitet er mich bei meiner täglichen Arbeit in meiner Stimmakademie und ist regelmäßig bei meinen Chorproben und Seminaren anzutreffen. In der Zusammenarbeit mit unterschiedlichen HundetrainerInnen und Hundeschulen in Essen und Umgebung habe ich bereits früh den Weg hin zum Therapiehund geebnet. In der Hundeschule Casa Canis begannen wir im Oktober 2018 die Ausbildung zum Hundetherapie-Team. Mit großem Erfolg konnten wir diese am 05.10.2019 abschließen. Oskar ist somit ein ausgebildeter und zertifizierter Therapiehund.

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Unsere Ausbildung zum Therapiehunde Team

Unsere Therapiehunde-Team-Ausbildung absolvierten wir in der Hundeschule Casa Canis (Bonsfelder Str. 46 in 42555 Velbert). Neben der Grundgehorsamsausbildung lernte ich in der ein Jahr andauernderen Therapiehundeausbildung für Oskar folgende Inhalte kennen und anwenden:

- Einführung in die tiergestützte Therapie

- Hundekörpersprache und Kommunikation

- Gesprächsführungstechniken

- Veterinärmedizin und erste Hilfe

- Förderung der Sozialkompetenz

- Lerntheorien

- Kreativer Anfangsunterricht (Schule/KiTa)

- Fachbereich Behindertenhilfe

- Fachbereich Schule

- Fachbereich Geriatrie und Krankheitslehre

- Tiergestützte Therapie in der Psychiatrie

- Tiergestützte Therapie in der Logopädie

Die intensive Ausbildung schloss mit einem ausführlichen theoretischen und einem umfassenden praktischen Test ab, in denen sämtliche erlernte Inhalte abgefragt und geprüft wurden. Regelmäßige Fortbildungen der Mensch-Hunde-Teams, auch über die Grundausbildung hinaus, gehören zum Ausbildungskonzept der Hundeschule Casa Canis und finden fortan statt.